14. Juni bis 28. August 2011
Kunst trifft Kirche: Himmelsstürmer 2011
Kirchen-Kunst-Parcours in Braunschweigs Innenstadtkirchen
Eröffnung am 13.6.2011, um 19:00 Uhr im Kreuzgang der Bründernkirche, Schützenstraße

Portal der Bartholomäuskirche
Himmelsstürmer 2011: das sind 10 Künstlerinnen und Künstler aus Leipzig, Bremen und Braunschweig, die vom 14. Juni bis 28. August aktuelle Werke in neun mittelalterlichen Kirchen der Braun-schweiger Innenstadt präsentieren. Eröffnet wird die Ausstellung am 13. Juni, um 19 Uhr, im Kreuzgang der Brüdernkirche, in der Schützenstraße.
Kunst trifft Kirche – das ist der Leitgedanke, der hinter diesem Kunstprojekt steht.

Dass der Weg zum Himmelssturm frei ist, haben die Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz, die Stadt Braunschweig, die Stiftung Braunschweiger Land, der Freundeskreis Bildender Künstler in Braunschweig, die beteiligten Kirchengemeinden und private Förderer ermöglicht. Allen gemeinsam ist das Interesse, einen Dialog zwischen den mittelalterlichen Kirchen und Positionen aktueller Kunst zu unterstützen.
In St. Michaelis hat die Künstlerin Kerstin Schulz bereits seit Anfang März mit Gemeindemitgliedern und Kunstinteressierten die Kirche in eine „Kirche im Schlussverkauf“ verwandelt. Kirchenbänke, Kanzel, Wände, Boden - die Michaeliskirche wurde im Rahmen der Mitmachaktion mit Preisetiketten überzogen. Auch vor Devotionalien hat die Künstlerin nicht Halt gemacht. Im Kirchen-Kunst-Shop „Alles muss raus“ können diese von den Besuchern erworben werden.
Volker Veit hat für seine Installation die Braunschweiger Verkehrsbetriebe mit ins Boot geholt. Fünf Meter Straßenbahnschienen und Gesangbücher ergänzen die Fotoinstallation „Besinnung“, welche die städtebauliche Situation der Katharinenkirche thematisiert.
Für Jürgen Neumann hat sich der Freundeskreis Bildender Künstler in den Wald begeben und Eichenstämme für den Holzbildhauer organisiert. So kann ihr diesjähriger Stipendiat vor und in der Magnikirche vier Meter große Himmelsstürmer platzieren. Unter seiner Anleitung sind Kinder in den Sommerferien eingeladen, auf dem Kirchplatz ihre eigenen Himmelsstürmer-Skulpturen zu erschaffen.
Die „Fegefeuer-Löscher“ von Manuela Karin Knaut im Kreuzgang haben schon im Vorfeld für Irri-tationen gesorgt, wird doch symbolisch hinterfragt, in wie weit vermeintlich brenzlige Themen in der Kirche nicht allzu oft im Keim erstickt werden.
Der Bremer Maler und Foto-Performance-Künstler Herwig Gillerke hat einen Schwerpunkt der Ge-meindearbeit von St. Martini, die Jugendkirche, für sich als Inspiration genutzt. Als Teil seiner Serie „Greatest Hits – Extended Version“ wird er Bilder präsentieren, deren Grundlage Textzeilen aus dem Bereich der Popmusik bilden, die sich auf religiöse Inhalte beziehen.

Die beiden Künstler des BBK Leipzig, Robert Pasitka und Ute Hartwig-Schulz, haben sich die Bartholomäuskirche als Ort für ihre Projekte ausgesucht. Aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln entwickelten sie Ideen für das Gotteshaus der Evangelisch-reformierten Gemeinde. Robert Pasika greift mit seinem Textbild eines der großen Themen der Reformation auf: die Macht des geschriebe-nen Wortes Gottes. Während Ute Hartwig-Schulz ihre Arbeit an der Außenfassade der kleinsten der Innenstadtkirchen anbringt.
Hael Yxxs aus Leipzig hingegen bezieht sich in seiner Videoinstallation „Zwischen Zeit und Ewigkeit“ auf ein historisches Ereignis in St. Andreas und kann dies mit dem Projektförderer Giem-Veranstaltungstechnik hervorragend in Szene setzen. Derweilen hat Sabina Kaluza in der St.-Petri-Kirche mit ihrem Werk „sine nominibus“ eine ganze Veranstaltungsreihe zum Thema „unbedacht“ angeregt. Ihre Arbeit am Drösemannschen Altar ist kaum wieder wegzudenken.
Im nördlichen Seitenschiff der Propsteikirche St. Aegidien erwartet den Besucher eine Skulptur der Leipziger Künstlerin Elisabeth Howey. Die „Geste“, aus Kunstharz und Beton gearbeitet, erinnert in ihren physikalischen Eigenschaften an ein Stehaufmännchen. Im spirituellen Kontext gesehen ergeben sich hier allerdings ganz neue Fragestellungen.
Eröffnet wird die Ausstellung am Pfingstmontag, den 13.6.2011, um 19 Uhr, im Kreuzgang der Brü-dern-Kirche in der Schützenstraße. Es begrüßen Oberlandeskirchenrat Thomas Hofer und Edith Grumbach-Raasch. Die Grußworte sprechen Wolfgang Sehrt, Vorsitzender im Ausschuss für Kultur und Wissenschaft der Stadt Braunschweig und Bernd Vasel von der Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz. Die Einführung hält der Kulturwissenschaftler Dr. Andreas Mertin.
Die geführten Rundgänge, im Anschluss an die Eröffnung, enden in St. Michaelis mit einem Jazz Konzert. Ab 21:00 Uhr spielen Perico und Enno Tessmer, Preisträger der Gertrude-Fricke-Stiftung und der Latin-Jazz-Musiker Kurt Klose, Hannover.
Zum Ausstellungsparcours erscheinen ein Programmheft und ein Katalog.


